Ehrenamtliche-GS-NES v.l.n.r. : Die Ehrenamtlichen Rosemarie Bauer, Dr. Freddy Bambach (Vorsitzender des Fördervereins), Karin Hacker, Peter Engelmann.Man kann inzwischen getrost von einem Erfolgsmodell sprechen, was das Projekt „Nachhilfe durch Ehrenamtliche“ an der Karl-Ludwig-von-Guttenberg Grundschule in Bad Neustadt betrifft.

Seit vier Jahren kommen fast täglich ehrenamtliche Nachhilfelehrer in die Schule, die ihren Schützlingen mit Geduld und Einfühlungsvermögen einmal wöchentlich zur Seite stehen, mit ihnen Hausaufgaben machen, Lernstoff aufarbeiten, Unverstandenes erklären und ihnen einfach das Gefühl geben, einen Lehrer mal ganz für sich allein haben zu können, der sich ihnen widmet, ihnen in Ruhe zuhört und auf sie eingeht.

In diesem Schuljahr werden von den drei Ehrenamtlichen insgesamt 14 Kinder unterstützt und es wurden bereits etwa 240 Stunden Nachhilfe erteilt. Tendenz: jährlich steigend.

Ins Leben gerufen wurde das Projekt vor gut vier Jahren von der Rektorin der Schule Frau Ulrike Busch-Gerber und ihrer Stellvertreterin Eva-Maria Werner. Ihnen war es ein Anliegen, Kindern, die Lernschwierigkeiten haben und über die normale unterrichtliche Begleitung Unterstützung brauchen, jemanden an die Seite zu stellen, der ihnen für einen begrenzten Zeitraum oder auch längerfristig unter die Arme greift. Die sogenannten MSD-Stunden, in denen das durch Fachleute aus dem Förderzentrum geschieht, sind generell sehr knapp bemessen. Und meistens reichen sie gerade für diagnostische Maßnahmen. So wurde eine Konzeption erarbeitet und eine Unfall- und eine Haftpflichtversicherung für die Ehrenamtlichen gesucht. Und hier kam dann der Förderverein mit seinem Vorsitzenden Dr. Freddy Bambach ins Spiel, der die Idee tatkräftig und auch finanziell von Anfang an mitgetragen hat.

Auch die Stadt als Sachaufwandsträger und der Elternbeirat standen dem Ganzen sehr positiv gegenüber. Schließlich mussten noch Ehrenamtliche gefunden werden, die Freude an der Arbeit mit Kindern und ein gutes pädagogisches Einfühlungsvermögen haben und bereit waren, sich für dieses Projekt zu engagieren.

Es war uns von Anfang an wichtig, unseren Ehrenamtlichen zu vermitteln, dass ihr Engagement jederzeit beendet werden kann. Sie sollten sich nur so viel einbringen, wie es in ihren Alltag auch gut hineinpasst“, so Frau Busch-Gerber. „Und es soll natürlich auch möglich sein, außerhalb der Schulferien in den Urlaub fahren zu dürfen.“ Durch Ideen aus dem Kollegium auf mögliche Kandidaten aufmerksam gemacht, wurden Kontakte geknüpft und vorwiegend pensionierte Lehrer angesprochen, ob sie nicht Lust hätten sich zu engagieren.

Von Anfang an dabei sind Peter Engelmann und Rosemarie Bauer, die selber jahrzehntelange Erfahrung in Klassenzimmern haben und darum wissen, wie dringlich oft eine zusätzliche Unterstützung für die Kinder ist. Etwas später hinzugekommen ist Karin Hacker, die als Germanistin einen eigenen Verlag leitete und gerade mit ihrem nicht-schulischen Hintergrund und Blickwinkel für manche Kinder eine besondere Hilfe ist.

Sie alle mussten für ihre Tätigkeit ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Das ist so Vorschrift, damit schulfremde Personen in diesem Rahmen aktiv werden können.

Ihnen allen gemein sind ihre Leidenschaft und Begeisterung für die Sache. Sie führen Gespräche mit den Lehrern, mit dem sonderpädagogischen Dienst und den Eltern der Kinder, um diese bestmöglich begleiten zu können. Sie wollen helfen und unterstützen und manchen Kindern auch einfach vermitteln, dass da jemand ist, der sich jetzt eine Stunde Zeit nur für sie nimmt, ihnen zuhört und an ihre Fähigkeiten glaubt. „So kann man ihnen wieder ein Stück Selbstvertrauen geben.“, beschreibt es Karin Hacker.

Voraussetzung für die enge Zusammenarbeit mit den Lehrern der Schule ist wiederum deren Bereitschaft, sich die Zeit zu nehmen, mit den Ehrenamtlichen über Lernrückstände zu sprechen, über die besten Fördermöglichkeiten zu beraten und auch geeignetes Material zusammenzustellen.

Alle an der Schule begegnen den Ehrenamtlichen mit Wertschätzung. „Unsere Ehrenamtlichen leisten hier eine unschätzbare Arbeit zum Wohle der Kinder. Sie gehören quasi zum Kollegium. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass sie bei Feiern und Ausflügen dabei sind. In unregelmäßigen Abständen finden auch Treffen mit der Schulleitung statt, in denen ein Austausch erfolgt, anstehende Probleme besprochen und Lösungen gesucht werden.“, so Frau Busch-Gerber.

Und wenn man dann ein glückliches Kindergesicht sieht, das nach sechs Stunden Unterricht in der Klasse auf dem Weg zu „seinem“ Nachhilfelehrer ist und ganz entspannt zuschaut, wie die Klassenkameraden sich auf den Heimweg machen, kann man in etwa erahnen, wie wichtig die Extraportion Zuwendung für diese Kinder ist.

 

Wie diese Kinder wollen noch weitere Kinder (z.B. auch Flüchtlingskinder) bei der ehrenamtlichen Nachhilfe mitmachen.
Melden auch Sie sich bei der Ehrenamtsbörse-NES um ehrenamtlich tätig zu werden.
Gern auch für ganz andere Tätigkeiten aus unserer Datenbank.

 

Alternativ können Sie sich auch direkt bei der Karl-Ludwig-von-Guttenberg Grundschule bewerben:

Frau Ulrike Busch-Gerber
Tel 09771/2534
Fax 09771/994130

www.gsnes.de
Sprechzeiten Mo - Fr von 08.00 Uhr - 12.00 Uhr

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