Das noch kleine Bäumchen soll schon bald viele reife Früchte tragen

Der heute im Ruhestand lebende Kommunalverwaltungsbeamte Guntram Barthelmes aus der Gartenstadt weiß, wo so mancher Schuh im Miteinander drückt, und besuchte immer wieder die Sprechstunden von Bürgermeister Bruno Altrichter. Ihm war bewusst, dass so manches dabei nur über ehrenamtliches Engagement laufen kann und so wurde aus einer anfänglichen Idee, die in verschiedenen initiierten Arbeitskreisen reifte, nun ein reales Projekt – die Ehrenamtsbörse.

Startschuss fur die Ehrenamtsboerse   www.rhoenundsaalepost 06 02 2015 WEB v.l.n.r. Albrecht Walther, Rolf Mörchel, Bürgermeister Bruno Altrichter und Guntram Barthelmes.
Foto: Sietz

In den ehemaligen Räumlichkeiten der Kurverwaltung im Mühlbacher Gemeindehaus fand die Ehrenamtsbörse ihr Zuhause. Die lichtdurchfluteten kleinen, aber feinen Zimmer füllten sich beim offiziellen Startschuss in Windeseile und nicht nur Guntram Barthelmes war sichtlich erfreut über die überaus positive Resonanz. 50 Vereine aus der Stadt und benachbarten Kommunen, die sich durch die Ehrenamtsbörse Hilfe erwarten, zeigten bei einer Befragung Interesse. Die Ehrenamtsbörse ist auch eine Vermittlungsbörse. Sie will informieren, beraten und vermitteln – die Dienstleistungen sind kostenfrei.

„Heute geht die Ehrenamtsbörse offiziell ans Netz“, verkündete Bürgermeister Bruno Altrichter, der sich auch erfreut zeigte, dass die bis dahin leerstehenden Räumlichkeiten so wieder sinnvoll genutzt werden. Für den Standort sprächen viele Faktoren. Dass das Ehrenamt in der heutigen Zeit eine immer größere Rolle spielt, unterstrich Altrichter nachdrücklich und hob Initiator Guntram Barthelmes und die beiden Büromitarbeiterinnen Karin Haupt und Daniela Hohmann hervor, die ihren Bürodienst ebenfalls ehrenamtlich bestreiten. „Wer ehrenamtlich tätig ist, der gibt nicht nur, sondern erhält unheimlich viel zurück“, stellte er fest.

Bei diesem Akt von christlicher Nächstenliebe müsse man aber über den Tellerrand der Kreisstadt schauen, was die Bürgermeister aus anliegenden Gemeinden wohlwollend aufnahmen. Bürgermeister Altrichter formulierte als „kommunaler Obergärtner“, dass man heute „ein kleines Pflänzchen“ gesetzt habe, „das schon bald viele reife Früchte tragen möge“. Die notwendige Struktur gebe die Börsenzentrale.

Was bayernweit in 80 weiteren Ehrenamtstauschbörsen, die allerdings meist auf Kreisebene laufen, längst funktioniere, das bekomme man auch in Bad Neustadt hin, erklärte Guntram Barthelmes. Er fügte an, dass es jede Menge Ideen zum Thema Ehrenamt gäbe. Das neue Büro sei das Fundament für die weitere Arbeit, die jetzt erst richtig losgehe und man müsse nun tüchtig die Werbetrommel rühren.

Eine wichtige Stütze bei der Realisierung der Ehrenamtsbörse war Rolf Mörchel. Der Neu-Bastheimer hat als Vorstand der Freiwilligen-Agentur Leipzig bereits jede Menge Erfahrungen sammeln können, die er nun in das „besondere Neuschter Projekt“ mit einbringen konnte. Im Rahmen einer Präsentation der Börsen-Homepage stellte der Fachmann klar, dass man mit dieser zwei Gruppierungen ansprechen möchte. Die Menschen, die ehrenamtlich helfen wollen, und die, die Hilfe suchen. Rentner fielen nach Jahren der Arbeit schnell in ein Loch. Das sei ungesund, vor allem, weil sie noch voller Tatendrang steckten. Auch Menschen, die einen beruflichen Schicksalsschlag erleben, bräuchten das Gefühl, gebraucht zu werden oder die Gruppe derer, die sich als „Nur-Hausfrau“ mehr im Leben vorstellen können.

All diejenigen könnten nun durch die Börse neue Lebensinhalte finden und wesentlich an einer Zukunft einzelner Bedürftiger oder des Vereinswesen mitgestalten. „Jeder wird gebraucht“, sagte Mörchel und betonte, dass gerade Vereine nicht auf Ehrenamtliche verzichten könnten. Die Börse sei dabei das Kompetenz- und Vernetzungszentrum, das für Hilfsbedürftige und für Helfer den Schnittpunkt darstelle.

Zum Internetauftritt fügte er an, dass heutzutage nach Erfahrungswerten rund 80 Prozent der Verknüpfungen über die Homepage erfolgen würden. Unter dem Motto „Da mach ich mit – ist doch Ehrensache“ kann man weitere Informationen unter oder unter www.ehrenamtsboerse-nes.de finden – oder man besucht einfach die Ehrenamtsbörse im Mühlbacher Gemeindehaus. Die ist immer dienstags von 14 bis 18 Uhr sowie mittwochs und donnerstags jeweils von 8 bis 12 Uhr geöffnet.

 
Von Andreas Sietz

 Quelle: Rhön- und Saalepost GmbH
06.02.2015

Anmerkung:

Frau Haupt und Frau Hohmann sind als hauptamtliche Mitarbeiterinnen der Ehrenamtsbörse für zusammen 13 St/Wo bei der Stadt angestellt. Darüberhinaus sind sie noch ehrenamtlich tätig.

 
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